Nachdem schon seit Manila im September künstlich glitzernde Weihnachtsbäume, Weihnachtsmusik, Nikolausmützen und sonstige verfrühte Anzeichen aufzufinden waren, war es ja nun letztendlich soweit: Jesus wurde 2010!

 

Der Feiermarathon wurde für Madeleine und mich am 17. Dezember eröffnet. Eine Sponsorenaktion von unserer Überorganisation ONCAN bot für 10 unserer Kinder die Möglichkeit einen Weihnachtswunschgeschenk zu finanzieren. Wir fuhren nach Dumaguete und verbrachten einen kompletten Nachmittag in der winterlich kühlen Robinsonsmall zur Übergabezeremonie. Meiner Meinung nach furchtbar amerikanisch geprägt, die Jollibee [vgl. Mc Donalds] Biene tanzte zu Charthits, der Polizei und Armee Präsident hielten jeweils in Nikolausmützen Reden vor den Kindern, in Tarnanzügen und Stiefel wurden von den netten Soldaten Snacks [überzuckerte Zimtrolle, Mangosirup, Eis, Sahnemuffin und Schokoriegel] an die Kinder verteilt, ein kleines süßes Mädchen in rosa Kleid hielt ebenfalls eine herzergreifende Rede...von der Dekoration ganz zu schweigen, ich erspare an dieser Stelle Bilder. Aber ich will mal nicht so sein, die Kinder waren happy mit ihren Geschenken, der Unterhaltung, dem Rolltreppe fahren und dem Zucker im Blut – doch als wäre es noch nicht genug haben wir alle noch ein Gutschein für ein Eis von Mr. Softy bekommen.

Man merkt die 50 Jahre us-amerikanische Kolonialzeit doch immer wieder stark, vor allem in den Städten. Westliche Kleidung, westliche Charthits, Fastfood, Schönheitswettbewerbe und Misswahlen schon für die kleinsten der Kinder, englische Sprache, riesige Shoppingmalls, die Amerikanische Flagge auf dem 500-Peso Schein, hmhmhm soweiter....


Jedenfalls. Auf den 17. folgte der 18: Christmas Party und Grand Opening of Leaning Center Siit! Extrem viele und last minute Vorbereitungsmaßenahmen bis oft spät in die Nacht haben sich letztendlich als überhaupt nicht notwenig herausgestellt, da die Hälfte des Programms gestrichen wurde....aber anyway: unser zweites Learning Center ist nun offiziell eröffnet! Die an Weihnachten anscheinend allseits beliebten Parlor Games [Sackhüpfen etc.] durften nicht fehlen, viel Essen wie üblich, das obligatorische Lechon [Spanferkel, hinter der Säule versteckt] war natürlich auch darunter – allerdings nicht lange!

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Ohne Rücksicht auf Verluste: Coin catching und Blind Feeding.

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Schon am Vormittag wurde die Anlage installiert, um am Abend im Barangay Court die Disko zu starten. Die Größe verhält sich proportional zur Lautstärke, welche sich nah an der Grenze des Ungesunden bewegte.

Die Disko wurde wegen eines beinahe eskalierten Streits mit involvierter Schusswaffe frühzeitig beendet - per Nationalhymne, mit der so gut wie immer alles beginnt und endet.


Donnerstag, der 23. Dezember: Wir waren zu einer Christmas Party eingeladen!

Ein schönes Ereignis, denn die Party wurde, wie auch schon die letzten 6 Jahre, von einer Frau für die besonders armen Kinder der Umgebung veranstaltet. In den Berggebieten nördlich von Siaton gab es vor einigen Jahren [eine genaue Angabe konnte ich nicht erfahren] Probleme mit Rebellen der NPA, die sich dort mit dem Militär auseinandergesetzt haben.

Jedenfalls sind damals viele Famililen aus den Bergen geflohen und wohnen jetzt auch hier in der Gegend, vor allem entlang der Bondo Road zum Highway. Sehr arm sollen sie sein wurde uns gesagt. Für diese Familien oder deren Kinder eben war nun die besagte Weihnachtsfeier. Es gab viel zu essen, kaum enden wollende parlor games, Geschenke und einen ziemlich krativen Weihnachtsbaum aus allem was eigentlich hier weggeworfen bzw. verbrannt werden würde - sprich Plastik. Es folgen einige viele Bilder, die doch nicht alles zeigen können:

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Eine aufgehängte, schwankende, angekokelte, rußige Kokosnuss wird mit Pesomünzen bestückt, die dann nur mit dem Mund entfernt werden dürfen.

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Einmal Bonbons für alle.

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Treffer!

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Maria went to town.

Rock, BH, Schirm, Eimer und Stock dabei, Luftballon an den Hals und Kokosnuss zwischen die Beine um die Wette.

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hoch und ölig


24.Dezember. Endlich Weihnachten! An dieser Stelle gleich mal ein herzliches Dankeschön an alle Provider der Importprodukte! Schokolade, Käse, Lebkuchen, Adventskalender....sehr schön! Die Weihnachtsstimmung kommt bei fehlender Kälte und Schnee doch irgendwie langsamer auf....aber sie kam letztendlich doch, nur anders.

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Nach kleiner Bescherung zwischen Madeleine, unserer amerikanischen Chefin und mir ruderten wir zum oberen Buchtteil. Bei Arleen - die ihr nicht kennt - waren wir erstmal ca. 3 Stunden am Gemüse und Obst schneiden. Dann wurde mein neuer Volleyball - von Madeleine geschenkt - eingeweiht und irgednwann ging es über, zu den beliebten.... was wohl?...richtig, Parlor Games, an denen wir nun endlich auch mal teilnehmen durften/mussten ;)

Newspaperdance, Bierwettrinken, viele andere Spiele und als besonderes Highlight die Gay-Competition...ich war dem Erstickungstod durch Lachen gefährlich Nahe, da wir alle Kandidaten nur zu gut kennen.

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Ich wurde spontan als Part der Jury bestimmt und konnte so ganz unparteiisch meinem Kunstwerk Charly bzw. Jasmin (2. v.l.) zum zweiten Platz verhelfen. Anderer Teil der Jury war Ono, ein älterer japanischer Segler, der das ganze Fest vom Essen über Feuerwerk, Trinken und Preise sponsorte. Arigatō!  Weil es um 2 Uhr noch nicht spät genug war, sind wir zu der Barangay Disko von Siit gefahren, haben aber grade die Chachacha-Phase erwischt, die dann kurz von 80/90er Hits gefolgt wurde und darauf mit der Nationalhymne beendet wurde.

Heim mit dem Boot, Merry Christmas die vierte!


Nach dem ganzen Weihnachtstrubel gings ab nach Sipalay an die Westcoast - unser erster Urlaub, Ferien am Meer! Schnocheln, Chilln, Volleyball, Hängematte, Shakes trinken, Silvester am Sandstrand. Ein wenig Kontrastprogramm zum Alltag, auch finanziell und kulturell. Überall Schweizer, Deutsche und Freiwillige, Resort mit sehr gutem aber verhältnismäßig teurem Essen. Ich als Schwabe habe mir echt schwer getan, für ein Essen soviel hinzulegen, wie für einen Einkauf auf dem Markt, der eine Woche reicht. Immerhin gab es an Silvester ein selbstorganisiertes, gutes Picknick. Ein schöner Urlaub, aber am schönsten ists einfach doch daheim (Tambobo) wo wir auch schon richtig vermisst wurden  :)

 

Genug gesagt, ich überlasse das Sprechen den Bildern:

 

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Philippinos/as beim (anscheinend) traditionellen Neujahrspicknick und Baden am Strand von Sipalay.

 

Grüße aus der stürmischen Bucht von Tambobo, ich vermute irgendwo bläßt hefitg der Monsun, Taifoon oder sonst sowas, wir wissen nichts aber sitzen den ganzen Tag schon im Haus, fegen Blätter raus die immer wieder neu reinfliegen, Essen Suppe, trinken Tee und frieren fast. So ein Tag gabs noch nie, daher aber auch soviel Zeit für einen Bericht ;)

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