…haben wir eigentlich ausgelassen, könnte man sagen. Damit meine ich nicht, dass wir uns nicht eingewöhnt haben, sondern dass wir uns eigentlich ab dem ersten Tag ziemlich wohl und zuhause fühlen.

DSC00300

[Fischerort Tambobo]

Alles scheint bis jetzt zu funktionieren, obwohl wir es das erste mal machen, sei es [zusammen mit 30 anderen] Jeepney, Tricycle [zu komliziert zum erklären, googlen!] oder Habal-Habal [Motorrad-Taxi] fahren, einkaufen, unser Haushalt, die Arbeit, das Miteinander mit den Menschen um uns, das Englische,....die wichtigsten Sätze/Worte wie „wie viel kostet das“ oder „guten Morgen/Abend/Tag“ „supergut“ und ähnliches funktionieren schon auf Cebuano und sorgen immer wieder für freudige Reaktion des Gegenüber. Wir essen meist vor dem Haus, mit Meerblick und etwas Wind und schauen den Fischern zu, die an ihrem alten Kutter rumbasteln den sie vor uns geparkt haben. Egal ob Ebbe oder Flut, morgens werden wir von ihren Hammerschlägen geweckt. Naja, was heißt wecken, ich wache sowieso immer um 6 oder sieben auf wenn es hell wird...unglaublich aber wahr.

Das Einzige, was wirklich Gewöhnung braucht, ist die Dunkelheit ab 6 pm. Man wird einfach automatisch müde und denkt, jetzt wäre es Zeit fürs Bett, schaut auf die Uhr und es ist gerade mal halb 8! Das Klima ist noch überraschend angenehm, warm, ab und zu Wind und oft bewölkt, so dass man nie wirklich übertrieben schwitzt. Ah noch was gewöhnungsbedürftiges. Unsere Mitbewohner. Nichts gegen Geckos, Grashüpfer, Kakerlaken und sonstiges Getier – es ist weder Mai, noch sind es Maikäfer aber zwei dieser Riesenkäfer sind seit heute plötzlich da gewesen und geben ein extrem lautes und tiefes Fluggeräusch von sich. Man könnte erleichtert sein wenn es verstummt, aber nicht wenn das eine erfolgreiche Schulterlandung bedeutet...wahaa

spider Und dann gibt’s da noch DIE Spinne. Jeden Abend an einem anderen Ort im Haus wiederzufinden. Wir vermuten und hoffen es ist immer die gleiche, weil so groß und fett kann nicht jede Spinne sein. Durchmesser geschätzte 15cm und einen dementsprechend großen Körper.....wie gesagt, gewöhnungsbedürftig.

In Dumaguete [der Hauptstadt von Negros Oriental, 120 000 Einwohner] waren wir nun schon 3 mal. Letzte Woche zu einem Meeting mit dem ganzen Learning Center Team [zu sechst im Jeep, der zwei Sitze hat...angeblich sind sie auch schon zu zwölft gefahren, mal schauen ob wir auch noch das Vergnügen haben werden]. Sonst sind wir bis etzt einmal die Woche zu zweit in die Stadt wegen Einkäufen, Internet und Bank und Zivilisation. Wir scheinen bis jetzt nicht wirklich aus Fehlern zu lernen, beides mal haben wir uns vorgenommen bei Tageslicht zurück zu sein, aber geklappt hat das nicht. Zumindest haben wir beim zweiten mal den Jeepney an der richtigen Stelle verlassen und hatten ein gutes Habal-Habal [anstatt einem Roller, bei dem sich die Lichtstärke der Geschwindigkeit anpasst, und wir waren wirklich nicht schenll zu dritt auf diesem Ding] und wir hatten noch genügend Geld um den Fahrer zu bezahlen.

DSC00220

In der "Stadt der Gelassenheit" haben wir wie überall gemerkt, dass wirklich alles mehr Zeit braucht als man denkt. Sei es Anstehen um Geld zu wechseln in der Bank, das Geldwechseln selbst, essen [das lag an uns] oder Einkaufen [das lag z.T. auch an uns]. Das scheint aber auch daran zu liegen, dass an einem Prozess, bei dem bei uns max. eine Person oder nur eine Maschine involviert ist, hier überraschend viele Personen mitwirken. Im Supermarkt steht an jeder Regalreihe ein Mitarbeiter. Beim Obst und Gemüse kommt es vor, dass einem die Produkte in Plastiktüten abgepackt werden und diese Plastiktüten kommen in eine weitere Plastiktüte und dann wird auf ein Zettel alles einzeln mit Preis aufgeschrieben, die Dame an der Kasse packt die einzelnen Tüten wieder aus, um nachzuprüfen, ob alles dabei ist, tippt die Preise ein, der Verpacker packt die Plastiktüten in der Plastiktüte in eine weitere Plastiktüte, während die Kassendame eine Weile verschwindet, um von irgendwoher Wechselgeld zu beschaffen. Wurde dann letztendlich der Kassenzettel ausgedruckt, wird er an die Plastiktüte geheftet [es kann vorkommen, dass der Tacker leer ist...]. Der Securitymann am Ausgang schaut dann diesen Zettel nochmals an. Dann kann man losziehen und anstehen, um seine Plastiktüten von vorhergehenden Einkäufen abzuholen, die man zuvor am Eingang bei einem Mitarbeiter abgegeben hat, weil der Securitymann am Eingang einen daraufhingewiesen hat. Dann kann man mit seinen Plastiktüten und jeder Menge Ruhe für den nächsten Laden weiterziehen. [Hierbei handelt es sich um ein Remix-Beispiel, setzt sich aber aus realen Erfahrungen zusammen ;)]

DSC00286

DSC00269

Die Arbeit läuft bis jetzt sehr gut, wir haben immer was zu tun und uns ist nicht langweilig, die pilipino* Kollegen sind super und die Kinder sowieso. Irgendwann mal mehr zu meiner Arbeit.

I’m getting used to the car, wir haben den Grund dafür gefunden, dass der Schlüssel manchmal bei der Fahrt rausfällt: es war der falsche Schlüssel, aber das Auto lässt sich vermutlich auch mit einer Haarnadel starten.

Vor einer Woche waren wir eingeladen ins Atlantis Beach Resort [huihuihui nobel] weil der DED Verwaltungsratsvorsitzende zu Gast war. Zusammen mit Landesdirektorin und anderen DED/GTZ Leuten saßen wir an einem riesigen Tisch und haben sehr gut gegessen. Jeder bekam ein laminiertes Namensschild um den Hals. Madeleine, ein anderer Freiwilliger der fast schon ein Jahr da ist namens Tobias und ich vertraten das weltwärtsprogramm in dieser Runde, trotzdem fühlten wir uns etwas fehl am Platz. Anyway, das Essen war gut [Stuttgarter Koch mit Spätzle] und wir haben 2 Tüten voll Essen mit heimbekommen, alles gut eingefroren, wir werden uns noch lange an diesen Abend erinnern!

Tobias kam für eine Nacht noch zu uns zu Besuch und wir waren im „Tongo’s Sail In“ am anderen Ende des Dorfes. Der australische Besitzer hat uns bei Tanduay-Rum von seinem durchaus beeindruckenden Leben erzählt, er war schon 8 mal um die Welt gesegelt….. ….andere Segler dagegen sind sich nicht sicher, ob er einmal rumgekommen ist, man munkelt, wie wir am Sonntag beim Barbecue auf der anderen Seite der Bucht gemerkt haben. Ich kam in die Verlegenheit Gitarre zu spielen und die Segler aus aller Welt (Österreich, Schweiz, USA, Frankreich, Japan, ..?) haben sich ihre Geschichten erzählt, wer wieder einen neuen Anker gekauft hat und so…es gab durchaus auch interessantere Parts...und gutes Essen again! Hin und zurück per Dingi quer über die Bucht unterm Sternenhimmel.

DSC00331

DSC00342

 

Diane hat zwei Dingis, eins davon dürfen wir benutzen, heute haben wir eine kleine Testruderfahrt gemacht, gar nicht so einfach aber aufjedenfall spaßig, wir arbeiten an der Perfektion!

Sonntag blieb nach wie vor beach day. Einmal die Woche Schwimmen muss schon drin sein, wenn man au bord de la mer wohnt!

Morgen gehen wir mit Diane auf Tour, wir werden den Barangay Captains [eine Art Bürgermeister] von Siaton und Dumaguete vorgestellt, am Freitag bekommen Frauen vom Dorf eine Einführung in Weben mit Webstuhl, Samstag kommen die Kinder, Sonntag ist Climate Change Day und wir fahren mit den Kids nach Dumaguete,……uns wird hier nicht langweilig!

Wir kochen gut, ich lerne mehr und mehr playing the guitar, die erste Kloverstopfung wurde erfolgreich beseitigt, meine Beine sind übersäht von Schnakenstichen, Internet funktioniert im slow mode i Tambobo und unser Cebuanowortschatz erweitert sich von Tag zu Tag :)

 

*Der Pilipino/die Pilipina verändert gerne mal ein V oder F into B oder P. Wir trinken copé, die Kinder spielen Bolleyvall und ich weiß bis heute nicht ob das eine Mädchen Ivy oder Iby heißt, sie scheint selbst unentschlossen zu sein.

DSC00309

Gruesse an die restliche Welt.

Zurück zu Home