Abschlussprüfung in Cebu (2/2)
Als es Zeit wird Richtung Immigration Büro aufzubrechen lasse ich mir noch erklären, wie ich am besten welchen Jeepney wo nehme, denn das hatte ich mir vorgenommen: dieses Mal keine Taxifahrten in Cebu! Obwohl die Preise (für Deutsche) verlocken und das System der Jeepneys in einer Großstadt für das ungeschulte Auge ein kompliziertes ist, ohne ausgeschilderte Haltestellen oder Fahrplänen. Doch mein Ergeiz ist heute groß und so steige ich in einen Jeepney mit der empfohlenen Nummer, an einer Haltestelle an der ich ohne mehrmaliges Nachfragen garantiert zielstrebig vorbei spaziert wäre.
Ich habe mir am Vortag alles in Google Maps genau angeschaut. Die tendenzielle Richtung stimmt, und doch ist es schwer einzuschätzen, wie lange die Fahrt dauern wird. Wer sich im Jeepney nicht bemerkbar macht, der fährt für immer im Kreis, denn aussteigen kann man fast überall aber man sollte selbst wissen wo - oder jemandem Bescheid sagen der einem wiederum Bescheid gibt, wenn es soweit ist. In diesem Fall habe ich Glück, denn ich will bis zur Endhaltestelle Park Mall, das sollte irgendwie erkennbar sein. Trotzdem zweifle ich kurz an meinem Erfolg als ich nach einger Zeit alleine im Jeepney sitze. Alleine mit Fahrer und dem Helfer des Fahrers, der hinten lautstark mitfährt und Passagiere anwirbt. Doch ich erreiche die Endhaltestelle, von hier nun noch ein Stück zu Fuß auf der Straße von Google Maps. Dass ich diese Straße in der falschen Richtung entlang gehe merke ich erst nach viel zu vielen Schritten unter der heißen Sonne.
Nun bin ich mir nicht einmal mehr sicher, ob es nur die falsche Richtung oder vielleicht auch die falsche Straße ist…nach krampfhaftem Erinnern an das Satellitenbild dieses Stadtteils gebe ich auf und nehme ein Taxi zum Immigration Büro.
Ein wenig später als geplant steige ich aus dem nicht eingeplanten Taxi. Bureau of Immigration steht am Gebäude, doch der Guard der mir am Tor entgegen kommt verkündet mir, dass das Büro umgezogen ist. Es kommt immer ein bisschen anders als erwartet. Zwei weitere Jeepney Fahrten über G-Mall zur J-Mall bringen mich schließlich ans Ziel. Meine Bescheinigung bekomme ich auch, nun darf ich offiziell Ausreisen juhu!
Zwei weitere Jeeneys bringen mich über die E-Mall (ganz Cebu ist voller Malls!) an den Busbahnhof, von dort geht es fünf Stunden wieder zurück nach Negros, der Insel meines Vertrauens.
Wie ein kleines Wunder kommt es mir vor, dass das mit den Jeepneys geklappt hat, so halbwegs zumindest. Dass die Exit Clearance mit einem Sprachtest und einer Praktischen Prüfung in Orientierung im öffentlichen Verkehr verbunden war, hatte ich nicht erwartet. Doch war der Tag auf jedenfall spannender, als einfach nur Fingerabdrücke und Geld dazulassen und ein Stück Papier mit zurück zu nehmen. Ich konnte also nun legal, mit gutem Gewissen und einem Hauch heimlichem Stolz das Land verlassen.
Zum Schluss noch ein kleines Video für ein bisschen Jeepney-Feeling: