Fiesta. Einmal im Jahr, mehrtägig Livemusik, Paraden, Misswahl, Disko, traditionelle Tanzvorführungen, Feuerwerk, Bier, Essen, Feiern,....

Angeblich können die Philippinen so bereist werden, dass man ein Jahr lang täglich Fiesta feiert. Ob das zu empfehlen ist sei mal dahingestellt aber jedenfalls an sich kein Wunder, denn es gibt sie überall, in jeder Stadt, jedem Barangay.

So kamen auch wir schon das zweite mal in Genuss einer Fiesta. In Siaton wird die eigentliche Fiesta mit einem –übersetzt- Fortschritts-Festival eingeleitet, das bereits Tage zuvor beginnt. Einen wirklichen Unterschied zwischen Festival und Fiesta gibt es dabei nicht, der Übergang scheint eher fließend zu sein. Geschätzte 30 Stunden habe ich insgesamt auf der Fiesta verbracht, wir wurden in zwei Häusern zum Essen eingeladen und haben uns die Parade angeschaut, an der jede Highschool und sonstige Einrichtung ihre Tänzer und Trommler präsentiert....um die kompletten zwei Stunden zusammenzufassen: nur die Farben der Uniformen haben sich merklich verändert, der Rest basierte auf Wiederholung.

Besonderes Highlight war die landesweite Fireworks Competition. Ich war nach der zehnten Vorführung dann zwar froh, mal wieder nach unten schauen zu können, aber gelohnt hat sich das Hochschauen auf jeden Fall! Feuerwerkskörper, die in Deutschland wahrscheinlich gar nicht auf dem Markt sind, wurden in unglaublicher Frequenz und Menge in den den Himmel geschossen und zeichneten dort Muster und Farben. Ab und zu ging die faszinierte Menge auseinander, wenn ein brennendes Teil dann doch wieder bis zum Boden zurückgelangte.

bilder 0881  

Jedes Barangay der Municipality  Siaton konnte sich durch einen Stand repräsentieren. Die Aussicht auf den ersten Preis für den besten Stand steigerte die Kreativität eindrucksvoll. Carabaobüffel aus Stroh als Dach, zweistöckige Bambus-Häuser, ein natives Boot zum reinsitzen, rotierende Flaschenzüge, leckeres Essen zum Verkauf, Fahnen, Muscheln, Palmwedel, Blumen und alles Sonstige was zur Dekoration taugt wurde herangeschleppt. Von Tag zu Tag wurden die Stände voller und schöner, gewonnen hat Nachbarbarangay Albiga– zurecht! bilder 0874

Dem letzten Tag Fiesta konnten wir dann jedoch gar nicht mehr beiwohnen, das Zwischenseminar rief! Beach Resort auf der Nachbarinsel Cebu, das erste Mal weg von der Insel hier nach 2,5 Monaten. Hiermit habe ich 3 der über 7000 philippinischen Inseln besucht :)  Wir – zu dritt - entschieden uns für eine Anreise per Nachtfähre. Auf der Fähre unseres Vertrauens – mit dem schönen Namen Georich – verbrachten wir in einem klimatisierten Raum mit ca. 70 Betten eine schaukelnde Nacht im Schiffsbauch. Nach 6 Stunden waren wir passend zum Sonnenaufgang am Hafen von Cebu City.

PC063972

[abends ordentlicher Wellengang und Wind am Boulevard, Dumaguete]

bilder 0908

[Sunrise in Cebu City, Port]

Dritt größte Stadt des Landes mit beschaulichen 800 000 Einwohnern. Die Stadt wirkte, so wie wir, noch ein wenig verschlafen, was sehr angenehm war. Auf dem Markt kaufen wir Früchte, Reis und rohen Ubeteig – alles was man braucht für ein gediegenes Frühstück am Meer: Hinter uns eine gering befahrene Straße, vor uns der rege Schiffsverkehr Richtung Hafen in der immer heißer werdenden Sonne, neben uns die Matrosenschule mit Lehrlingen beim Morgensport. Was will man mehr?

PC073985

[Frühstücks-Kulisse]

Die spanische Kolonialisierung ging von Cebu City aus, daher sind noch einige schöne Gebäude aus dieser Zeit zu finden. Den Morgen nutzten wir noch, um ein wenig rumzuschlendern und die Kathedrale von Cebu City zu bestaunen. Wir lauschten für einige Zeit einer Messe, sogar auf Englisch. Mein Eindruck vom Inneren lässt sich gut mit dem Wort "Gülden" beschreiben.

PC074002  

jeepney

Mehrstimmige Stimmung im Jeepney, direction Zwischenseminar, Danao.

"Etwa 35 km nördlich von Cebu City liegt Danao, die Stadt der Schießeisen. Im Schatten einer großen, alten Kirche im Kolonialstil fertigen in verschwiegenen Hinterzimmern geschickte Hände emsig illegal Schusswaffen an. Revolver zumeist, auf Bestellung aber auch haargenaue Kopien von Pistolen bekannter Hersteller.
Danao ist im Grunde ein friedlicher Ort, in dem ein ahnungsloser Besucher die obskuren Aktivitäten nicht im geringsten bemerken wird. Vermutlich bastelt ohnehin nur jeder Hundertste der insgesamt 75.000 Einwohner heimlich an Waffen, trägt dadurch allerdings zum landläufigen zweifelhaften Ruf der Stadt bei."

Ich als ahnungslose Besucherin habe von den im Reiseführer beschriebenen obskuren Aktivitäten tatsächlich nichts mitbekommen. Bei der Fiesta in Siaton bot mir ein hilfsbereiter Filippino allerdings schon an, seine Beziehungen zu seinem Freund in Danao spielen zu lassen, wenn wir an Waffen interessiert wären. Ich konnte ihn dann aber doch nach mehreren Anläufen davon überzeugen, dass das nicht der Fall ist.

bilder 0938

Es war schön, unsere Negros-Leute alle wieder zu sehen und interessant, endlich mal alle 49 weltwärts-Freiwillige des DED hier auf den Philippinen kennen zu lernen, sich auszutauschen und Besuchspläne zu schmieden, das Essen war gut und reichlich und die Klimaanlage viel zu kalt. Wir haben einen ganzen Tag in „Do no Harm“ investiert – Methoden zur Konfliktanalyse und Lösungsfindung. Was mir persönlich sehr gefallen hat war der Besuch in einem sogenannten Showroom einer Firma. „Venus Crafts“ stellt Möbel und aus hauptsächlich Muscheln und anderen nativen Materialien alles Mögliche vor allem für den Export her. Cebu ist wichtiger Wirtschaftsraum der Philippinen und gilt als fortschrittliche Region. Der besagte Showroom überstreckt sich auf drei Stockwerke mit allen Produkten, die gerade verkauft werden. Ich kam mir ein bisschen vor wie bei Ikea, nur cooler und natürlicher. So viele schöne Dinge und Resultate von Kreativität auf so wenig Raum sind äußerst beeindruckend!

DSC01231 DSC01247DSC01242

  DSC01246DSC01222

Zudem hatten wir das Vergnügen, die Gründerin von „Venus Crafts“ - namens Venus - kennen zu lernen. Eindrucksvolle Persönlichkeit. So blöd es klingt aber wenn alle Geschäftsführer soviel Herz beweisen würden, wäre die Welt wirklich ein ganzes Stück besser. Wir bekamen Buco Juice frisch aus der grünen Kokosnuss, Bananen, Softdrinks, Chips, gekochten Einsiedlerkrebs direkt aus der Muschel, selbstgemachten Mr. Toms, Bananenchips und andere Cebuanische Snack Spezialitäten, eine Muschelkette und eine Gelkerze im Glas. Die Gatfreundschaft ist immer wieder überwältigend und Herausforderung für Magen und Gewissen. Dazu noch ein wenig geistige Inspiration, wie folgende wirklich schlaue Zeilen:

 
I asked for strength...

       

 
I asked for strength and
God gave me difficulties to make me strong.

I asked for wisdom and
God gave me problems to solve.

I asked for prosperity and
God gave me brawn and brains to work.

I asked for courage and
God gave me dangers to overcome.

I asked for patience and
God placed me in situations where I was forced to wait.

I asked for love and
God gave me troubled people to help.

I asked for favors and
God gave me opportunities.

I received nothing I wanted
I received everything I needed.

My prayers have all been answered.

Unbenannt

 

 

Zurück zu Home