beach days
Eigentlich bin ich nicht der Fan von den Blogeinträgen, die einem chronologisch und detailgetreu vermitteln wollen, wie irgendjemand irgendwo an einer Ecke der Welt lebt. Aber ich befürchte dieser hier wird so einer, aber über die vergangenen Tage ist es wert, in diesem Stil zu berichten. Ein paar Bilder sparen vielleicht trotzdem einige Worte.
Sonntag, freier Tag. Jake ein Kollege kommt spontan vorbei. Wir treffen uns mit unserer philipina Chefin/Kollegin und einigen anderen und fahren zu acht im Auto mit zwei Sitzen zur andern Seite der Bucht, auf der ich noch nie wirklich war. Antulang heißt der Strand, an dem wir uns niederlassen. Weiß, menschenleer, Palmen, Wellen. Eigentlich genauso wie „unser“ Strand hier bei Tambobo aber zum schnorcheln seehr viel besser! Keine Seeigel, mehr Sand, klare Sicht, superschöne Unterwasserwelt. Neben an ist ein Marine Reserve von einem Deutschen, seine Frau hat uns eingeladen mal rumzuschaun, dort ist gerade eine deutsche Meeresbiologin und, wir bekamen ein Bananenshake und eine kleine Besichtigungstour [haben wir angenommen] und Einladung zum Nacht-Schnorchelgang [werden wir mal irgendwann annehmen] und zum Übernachten [haben wir nicht angenommen] gleich sowiso. Die Gastfreundschaft ist enorm.
Dann gings zurück zu dem Rest der Truppe die am Strand verblieben ist. Gitarre, Schlagwerk aus Kokosnuss, Bambus und Steinen und Gesang. Es ist an sich selten, Philippinos/as zu finden, die ihre Umgebung so schätzen und nutzen, um an den Strand zu gehn und zu baden/chilln. Wie haben die richtigen erwischt :) Tobi, der 2. freiwillige Besucher kam noch dazu, Sonnenuntergang, Feuer, Sternenhimmel, frischgefangenen Tintenfisch grillen bis er tot ist, essen, lecker! Irgendwann zurück und noch nach Naga – die schöne Plattform. Ein neuer Segler ist in der Bucht, Amerikaner, der war da aber wir konnten uns nicht allzu sehr mit ihm anfreunden, auch wenn er uns alle direkt auf seine Yacht einladen wollte.
Montag, auch freier Tag. Für uns ja sowieso aber für alle anderen auch, wegen Election day. Barangay Captains werden im ganzen Land neu gewählt. Unser National Security Advisor riet uns zu Hause zu bleiben uns nicht groß rumzureisen, da es bei diesen Wahlen oft zu gewaltsamen Aufständen uns sonstigen Zwischenfällen kommt. Es wird schon ein Tag vorher und am Wahltag selbst kein Alkohol mehr verkauft. Anscheinend hat sich dadurch im Vergleich zu früher die Lage tatsächlich beruhigt.
Schon seit Wochen hängen überall Wahlplakate, allein in Siit hier um die Ecke kandidieren 35 Menschen, ich wusste gar nicht dass so viele dort wohnen! An jedem noch so scheinbar abgelegenen Ort, Sarisari store oder Baum und sonst wo kleben Plakate. Meist nur beschriftet, in der Städten öfters größer, mit Bild. Furchtbare Bilder, entweder hochgradig rotstichig, nicht wasserfest gedruckt [Regenzeit], verpixelt oder einfach nur einen Gesichtsausdruck, der dem Bild seinen Zweck raubt.
Die Wahl forderte 33 Tote [der Taifoon letzte Woche 26], 500 Feuerwaffen und 26 Sprengstoffe beschlagnahmt, 741 Leute verhaftet wegen Waffenbesitz denen 1-6 Jahre Gefängnis drohen, irgendwo eine Granate und zwei gezielte Anschläge auf Councilors. Die meisten Vorfälle ereigneten sich auf Mindanao, wo die Lage allgemein unsicher ist. Die Wahl wird von der Nationalen Polizei als „generally peaceful“beschrieben.
Jedenfalls zurück zu unserem Tag. Wir befolgten den Rat, nicht in die Stadt zu gehen und blieben in/an der Bucht. Gediegenes Frühstück vor dem Haus, zu viert im Ruderboot rüber zur Plattform, mit den anderen und zwei weiteren Booten weiter Richtung Meer. Die männlichen Schnorchelbegeisterten tauchten in der Bucht nach Essen, Muscheln.
Dann kommen wir nach etwas Rudern zum Strand östlich von der Bucht. Unser Strand für den Tag.
Mal wieder menschenleer, weiß, einige Felsen, alles wunderbar. Nach etwas schnorcheln und harpunieren haben wir genug zusammen um zu essen.
Austern, Schnecken, Seeigel, Kochbananen, Reis, Gemüse, Kartoffeln,.....mann gings uns gut! Und hat echt sehr, sehr gut geschmeckt, obwohl ich zuvor noch nie rohen Seeigel mit Essig und Sojasoße gegessen hab.
Mein zweites Paar Flipflop musste dann auch dran glauben, als wir zum Sarisari store -der einfach mitten im nirgendwo ist- die Küste hochgeklettert sind. Eine wahnsinns Aussicht hatte man auf dem Weg, Richtung Meer und Berge [fast 2000m Vulkane].
[Ein Schiff in den Bergen]
Zurück gings bei Sonnenuntergang am Meer entlang. Im Dunkeln gings wieder heim, mich hat beim Schnorcheln wahrscheinlich eine Qualle am Rücken gebrannt, obwohl ich keine gesehen hab. Komisches Gefühl aber das Schnorcheln ist so was hier immer wert!
Zwei solche Strandtage hintereinander sind einfach nur schön. Vorallem weil wir nun die andere Seite der Bucht und die Plätze kennen, die uns die locals gezeigt haben. Hier zu sein ist so unglaublich, dass ich gar nicht glauben kann, dass ich wirklich gerade in meiner Bambushütte sitze und die Grillen drausen zirpen hör und die Wellen drüben rauschen.
Danke an wen auch immer aber ich bin sehr sehr dankbar.