Erfolgreich wieder ein Jahr gealtert
Samstag, 18.Juni
Trotz „tropical depression EGAY“ fäng der regnerische Tag perfekt an. Ich muss dringend aufs Klo, bekomme aber von Madeleine die strenge Anordnung meinen Raum noch nicht zu verlassen. Nach einiger(!) Zeit des Wartens kommt endlich das OK von unten. Es ertönt Musik und ich öffne die Tür und blicke von oben herab auf eine grinsende Madeleine, da neben unser höchst erfreut mit dem Schwanz wedelnder Hund mit einer gelben Schleife um den Hals. Trotzdem erst mal aufs Klo. Dann genauer hinschauen, unseren Tisch - ausnahmsweise sogar aufgeräumt! – ziert Madeleine’s Strandtuch als Tischdecke und einige Kerzen, darauf ein megamäßiges Frühstück mit zweierlei Kuchen, Saft, Rührei, Toast, Kaffe....so wie man sich das eben vorstellt, eine schöne Abwechslung zu Haferflocken mit Mango ;) Und einen neuen Klappstuhl als Geschenk (hier links im Bild), der seinen Vorgänger weit in den Schatten stellt, danke Mads!
Es hatte die ganze Nacht durchgeregnet und es zeigt sich kein Anzeichen der Besserung. Trotzdem müssen wir los, einkaufen! Es hilft nichts, das mini-2-rad-antrieb-auto wälzt sich auf gut Glück durch die Schlammstraße – wir bleiben nur einmal Stecken! Zum Highway sind es gute 10km, die Straßen sind z.T. eher Flüsse. 50cm hoch fließt das trübe Wasser die Straßen entlang, vergeblich auf der Suche nach Abflussmöglichkeiten. Ein Mitfahrer läuft voraus, um zu erahnen, wie das Straßenprofil am Grund so ausschaut. Ich bin mir nicht sicher, ob das bald schwimmende Auto die Strecke überleben wird, genauso wenig bin ich mir bei jeder Pfütze sicher, ob das Schlagloch darunter nur 10 oder vielleicht doch 40 cm tief ist?
Jedenfalls – das ist Regenzeit kombiniert mit Typhoon.
Zu der Hochzeit, zu der wir auch noch eingeladen sind, schaffen wirs leider nicht, dafür aber können wir alles Essen und Trinken einkaufen und sicher zu Arlene’s Place bringen wo am Abend die Party steigt. Nachdem wir den Hund und andere Dinge mit dem Ruderboot nochmals durch strömenden Regen die Bucht nach hinten schippern und der Strom zurückgekehrt ist (Halleluja!!) kommen einige reisefreudige Volunteer-Kollegen aus dem entfernten San Carlos und der Nachbarinsel Cebu mit dem organisierten Highway Shuttle angefahren.
Die Lautsprecher treffen ein und die Hühner drehen sich an der Stange über dem Grill, es kann so langsam losgehen.
Ich werde beschenkt mit Schokolade, Rotwein, Jesusbilder und einem sehr coolen 2quatratmeter großen Philippinen-Kollage-Poster!
Ok, irgendwie dauert mir das zu lange, ich machs in Stichpunkten:
- Geburtstags-Ständchen vor dem Essen von Freunden mit Gitarre, Trommel, Gesang und Rap
- Ganz philippinisch ein Gebet von unserem Diozöse-Freiwilligen aus San Carlos
- Essen - viel und gut, reicht auch für alle Nachbarn und Freundesfreunde dank Köchin und Host Ante Arlene!
- Trinken natürlich immer parallel
- Tanzen und chilln im Steinhaus hinter dem Bambushaus
- Nachtisch: diverse von Madeleine gebackene Kuchen und Fruchtsalat
- Parlor Games - Limbo, Tomatoe dance, blind feeding und co
- Tinikling – traditioneller philippinischer Stocktanz der den Tiklingvogel immitiert
- Flunkyball unter Palmen (endlich ohne Regen!)
- Basketball Philippines vs. Germany
- Jamming bis zum Sonnenaufgang mit 2 Gitarren, Trommel, Singer
- Schlafen wahlweise Steinhaus oder Bambusplattform an der Bucht
- Tag 2: Boottransfer nach Tambobo
- Strandtag mit den Volunteers
- Abendsessen mit Volunteers im Kookoo’s Nest Resort
Geburtstage sind ja bekannt dafür, schön zu sein. Doch wenn ich diesen zu den vorherigen 20 so vergleiche muss ich sagen, er war doch noch mal besonders speziell. Ein komplett anderer Ort - verdammt schön nebenbei bemerkt - ohne Familie und nur Menschen um mich, die ich noch nicht einmal ein Jahr lang kenne.
Und trotzdem eine familiäre Atmosphäre, als wäre ich schon lange her vom ganzen Ort adoptiert worden. Ich habe erneut gemerkt, wie viele tolle Menschen wir hier in so kurzer Zeit als gute Freunde gewonnen haben, und dass es an der Zeit war, nach all den Einladungen von anderen auch mal zu kontern ;) Denn am Geburtstag darf man keine großen Geschenke erwarten. Wer kann, der lädt seine Freunde zum Essen und trinken ein, Teilen und die anderen glücklich und satt zu sehen ist das größte Geschenk.
Danke an die Sponsoren – meine Eltern!
Salamat sa tanan :)