gleich mal zum FOTOALBUM

Da ich mir dachte, ein Land ist nicht gleich ein Kontinent, die Philippinen scheinenen einen großen amerikanischen Einfluss zu repräsentieren, wie ist das eigentlich woanders, wer weiß wann ich wieder nach Asien komme und eine Promotion Manila-Saigon und zurück für 85,00 € ist ein guter Start für eine schwäbische Reise entschied ich spontan im Juni mit Madeleine: Runter von den Inseln, ab aufs Festland - Wir fliegen nach Vietnam!

Runter von den Inseln, ab aufs Festland. Wir verbrachten zwei Wochen im sozialistischen Land, jede Nacht woanders , viel gereißt in Vans, Bussen, 12 Stunden Schlafbus, 20 Stunden Zug (yehe endlich mal wieder einen Zug!) und eine Bahnstrecke von 90km in 3,5 Stunden zurückgelegt (man errechne die ungefähre Durchschnittsgeschwindigkeit!).

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Obwohl wir keine Weltwärtsfreiwilligen in Vietnam vorher persönlich kannten, hatten wir einige Handy Nummern und konnten uns so ein keines Netzwerk aufbauen, wo wir wen treffen und wo übernachten. So kamen wir in den schönen Cat Thien Nationalpark, wo wir uns Mountain Bikes ausgeliehen haben, um in Blutegelstümpfe (die echt Sinn machen!) zum Crocodile Lake (ohne Crocodile, die bekommen gerade Babys) zu gelangen und dort einmal im Rangers Haus zu übernachten. Unglaublich viele Pflanzen in jeder vorstellbaren Form, Fabre und Größe, zahlreiche farbige Schmetterlinge, Echsen, Blutegel, Schnecken, Eichhörnchen.....ein paar Affen, die man allerdings nur am Geräusch und an wackelnden Ästen ausmachen konnte. Ok, einmal hab ich ein Bein und einen Schwanz verschwinden sehen!

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(Un)glücklicherweise hatten Vertreter der Vietnamisischen Armee den selben Gedanken am selben Tag (mit dem Unterschied, dass sie die 10km Strecke mit dem Van zurückgelegt haben und dann nur noch 5km gelaufen sind), so machten wir gleich Bekanntschaft mit dem unoffiziellen Nationalgetränk in der 5-Liter Gallone: Reisschnaps. Konnten aber letztendlich dem Höflichkeitstrinken mit übermäßig vorgetäuschter Müdigkeit entkommen. Halleluja =D Als Andenken bekam ich eine Army-Cap geschenkt, nachdem wir um 6 Uhr morgends (frisch aus dem [holztischartigen] Bett) gleich mal zum Fotoshooting in jeder möglicher Personenkonstellation eingeladen wurden.

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Es war interessant, in einem Land zu reisen, wo man selbst mit Englisch schnell an Grenzen stößt. Ich habe gemerkt, wie verwöhnt wir auf den Philippinen sind! Einige jüngere Menschen beherrschen die Weltsprache, doch meist darf man davon ausgehen, dass einem anstatt ein offenes Ohr ein Notizblock hingehalten wird und anstatt einem den Preis zu nennen wird einem der entsprechende Schein gezeigt oder der gewünschte Betrag einem auf dem Taschenrechner Display präsentiert. Die Sprache selbst bleibt mir nach wie vor rätselhaft. Die Volunteers dort hatten eine 4-wöchige Einführung, doch da diese tonale Sprache bei Änderung jeder "Kleinigkeit" anders interprätiert wird, verdienen alle Ausländer die vietnamesische gelernt haben meinen höchsten Respekt. Immerhin sind die Buchstaben noch lateinisch, doch die kleinen Zeichen über den Vokalen, die die Aussprache angeben, verwirren mindestens genauso viel wie der letztendlich unerwartete Klang des Wortes. Kein Englisch bedeutete auchb keine Charts im Radio - was entspannend war aber irgendwie fehlte was. Entspannend ist allerdings auch das falsche Wort, wenn man versucht den für ungeschulte Ohren immer fast gleich klingenden vietnamesischen Singsang zu beschreiben....

In einem Internetcafe in Hoi An hatte ich die überraschende Erfahrung, dass uns ein alter Mann in perfektem nahezu akzentfreiem Französisch angesprochen hat. "Ma maitresse etait parisienne." Doch diese Menschen sind wohl auch eher die Seltenheit. Was die Franzosen aber neben einer Notre Dame Kathedrale und einem Postoffice designed im Bahnhof-Look by Gustav Eiffel noch hinterlassen haben ist das Baguette und die Cafekultur. Auf den Bürgersteigen kann man schwer ungehindert laufen, da alle paar Meter ein kleiner Cafestand aufgebaut ist, immer in Begleitung von (sehr) kleinen bunten Stühlchen und Tischen. Dieser Kaffee schmeckt vorallem nach 11 Monaten "3 in 1" by Nestle auch wirklich gut, und die vielen Cafes und Sitzmöglichkeiten überall geben selbst den mit Motorbikes überfüllten Straßen von Saigon etwas gemühtliches und einladenes.

Als Vegetarierin muss ich sagen, das Land ist kulinarisch wie geschaffen für mich! Aufgrund der Buddistischen Religion wird Fleisch gemieden. Strenge Buddisten essen kein Fleisch, der moderne Buddist hat sich 2 Tage im Monat vegetarisch zu ernähren. Daher finden sich eine Menge vegetarische Restaurants, es gibt Tofu in allen vorstellbaren Zubereitungsvarianten, reichlich Seafood und Gemüse. Ich war das erste mal in einem vegetarischen Restaurant und fand es wirklich ungewohnt seltsam zu wissen, ich könnte theoretisch jedes Gericht im Menü bestellen und muss nicht unter den wenigen fleischloßen Angeboten "wählen".

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Buddhismus statt Christentum. Auch eine Abwechslung, die es möglich machte, ein weiteres Gesicht von Asien zu sehen. Mit all den Kirchen und Gottesdiensten sind die Philippinen religilös für mich als Europäer nichts derart Besonderes - eben fast wie in Deutschland.

P7052298sDoch neben den Kirchen fallen in Vietnam die Tempel und Pagoden auf. Ob in der Stadt oder irgendwo auf dem Land entlang der Straße, überall findet man die bunt gestrichenen, mit Gold, Drachen und sonstigen Verziehungen verziehrten Gebäude. Was in Rio der Jesus ist, ist hier der überdimensionale Buddha, der von diversen Anhöhen über verschiedene vietnamesische Städte lächelt. Gibt es an Straßenlaternen, Bäumen, Schildern oder sonst wo die Möglichkeit, etwas hinzustecken, so kann man sicher sein: es befinden sich an diesem Platz rote Räucherstäbchen. Im Handschuhfach des Taxifahrers, im Hausschrein, von überall aus verbreitet sich dieser Grundduft von Räucherstäbchen in die Atmophäre. Auch der obligatorische Ahnen-Verehrungs-Schrein darf in keinem Haushalt fehlen. Es handelt sich um eine detailliert verziehrte Box inkl. Buddha, Blumen, Glitzer, blinkende Lichterketten, Lametta, Bilder und natürlich Räucherstäbchen! Obwohl Buddha anwesend ist, ist diese Schreinkultur mehr mit Tradition als Religion zu erlären. Die Ahnenverehrung ist äusserst wichtig, am Geburtstag verstorbener Verwandten wird deren Lieblingsessen gekocht, es gibt genaue Regeln wie man sich zu verhalten hat um die Ahnen zu ehren und kein Unglück auf sich zu ziehen - drehe niemals einem Schrein den Rücken zu und Schwangere zu sehen bringt Unglück, wer am großen jährlichen Tet-Fest nicht betet und nicht weiß, welches Räucherstäbchen wo zu platzieren ist, der zieht die ganze Straße mit ins Verderben,......

Damit sich die Verstorbenen auch weiterhin einen annehmbaren Standart halten können, sorgen sich die verbliebenen Erdlinge liebevoll um deren Wohl. Im Markt kauft man - gemacht aus Papier - Motorbikes, iphones, Bücher, Dollarscheine - alles was man eben im Himmel so braucht. Diese werden dann im Hausschrein gesammelt und als Opfergeste verbrannt, in der Hoffnung bzw. dem festen Glauben, dass sie ihre Zielperson erreichen werden. Andere beliebte Opfergaben sind Früchte wie Melonen, diese werden vor den Schrein gestellt, solange bis das rote Räucherstäbchen abgebrannt ist, dass steht sie den Übrigen zum Verzehr zur Verfügung.

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Wir besuchten die ehemalige Kaiserstadt Hue, Tierärztin Ulrike Streicher aus Stetten in Da Nang, den 1500 m hoch gelegenen Ort Dalat, der mit Luxushotels und künstlichem See mit Schwanen-Tretboten eher an eine wohlhabende Stadt wie in Andorra oder Schweiz erinnert - nach Sonnenuntergang mit seinem bunt beleuchtetem Nachtmarkt und seiner Temperatur jedoch die Leute in Winterjacken rumlaufen lässt und Weihnachtsstimmung verbreitet, sehnten uns am Touristenstrand von Na Thrang nach den einsamen philippinischen Stränden, lernten von Couch-Surferin Mimi und ihren Schwestern wie man richtig mit Stäbchen isst und furchtlos einen  mind. 4 spurigen Kreisverkehr zu Fuß bei Nacht überquert, fuhren durch die Berge mit Blumen und Kaffe Plantagen, mieteten Motorbike, Mountainbike und Damenrad, genossen den Eiskafe am Straßenrand auf miniatur Plastik-Sitzgarnituren und den grünen Tee, der immer serviert wird, sobald Leute zusammensitzen. Ohne groß zu planen hatten wir ein volles Programm und wurden gastfreundschaftlich aufgenommen, von Menschen die wir zuvor nicht kannten. Wir kamen nach Hoi An, einer Stadt in der ich mich neben den Philippinen auch beworben hatte, und ich konnte feststellen, dass es dort schön ist aber am schönsten ist es einfach in Tambobo! Ein schöner Urlaub, aber ich war einfach unglaublich froh in dem Moment, als das Flugzeug wieder auf Negros landete. Hier sind wir also wieder, im kleinen Bambushaus an der Bucht, und haben nun die letzten sechs Wochen hier vor uns. Alle die behauptet haben ein Jahr sei lang - sie haben gelogen!

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Viel Glück - wie der Vietnamese zum Abschied wünscht.

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