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Diesr allgemeingültige, auf nahezu alle Lebenslagen und Situationen beziehbare Grundsatz wird hier am Beispiel Sprache erklärt.

Amtsprachen sind hier auf den Philippinen Tagalog und Englisch, da im 20. Jahrhundert die Amerikaner 50 Jahre ihre koloniale Macht ausgeübt haben. Das macht es für viele Ausländer auf den Philippinen einfacher als in anderen asiatischen Staaten.

Doch trotz guten Englischkenntnissen komme ich immer wieder in Situationen, in denen ich erst verwirrt bin, dann aber mit einem großen Grinsen den Sinn des Wortes erkenne.

Ich kann mir nicht genau erklären warum, aber die Buchstaben V/F und B/P sind hier fast beliebig vertauschbar. Oftmals fällt mir das gar nicht mehr auf, und ich hab mich sogar selbst schon beim prefere/prepare Versprecher ertappt :D

 

Oft würde ich gerne laut loslachen, doch ich weiß dass es sonst keiner lustig findet und evtl. jemand beleidigt wäre, daher behalte ich mein Lachen bei mir. Denn ohne dass jemand lacht oder sich wundert wird man zum „bolleyvall“  spielen eingeladen, wir pflanzten "mangrobs", die Fische werden in einer "fish fan" aufgezogen, "that’s no froblem" sagt der Optimist und einem wird hilfsbereit geraten „you can fark the car here“.

 

Im Learning Center auf dem Klo hängt außen das Schild „Please plush the toilet.“ Innen dagegen wird man daran erinnert „Please flash the toilet.“ Whatever, man soll jedenfalls spülen.

 

Hinzu kommt, dass Worte gerne verdoppelt werden – nicht nur im Englischen sondern auch in Visayan, bzw. bisayan. So gibt es den Habalhabal-Fahrer, den Sari-Sari store, Namen wie Anan, Wingwing, Junjun, Jojo, Dede, Sansan. Lang ist eine abschwächende Endung, die sich in fast jedem Satzende wiederfindet. Wer läuft sagt lakao-lakao lang, wer scherzt sagt lingao-lingao lang, wer was probiert sagt tilao-tilao lang. Im text-text schreibt man der Einfachheit halber dann Habal2x, Sari2x und so weiter.

Man muss allerdings auch noch wissen, dass es sich bei diesen Namen um Spitznamen handelt. Je nach dem wer wen anspricht gibt es andere Namen, jeder hat daher recht viele verschiedene Namensvarianten. Gerne wird auch einfach die Endung genommen. So heißt Madeleine u.a. Mads oder Mady, ich dagegen Lit, Lily oder Lith. Wenn die Endung zu kurz ist, dann wird sie einfach wieder verdoppelt und wird z.B. zum Lynlyn-Store.

 

Es gibt aber auch Spitznamen, von denen sich der Ursprung nicht ganz nachvollziehen lässt. Dann kommt bei älteren noch meiste Ate (weibl.) und Kuya (männli.) hinzu, was soviel bedeutet wie große Schwester/großer Bruder. Mich persönlich freut es, von den Kindern so genannt zu werden, weil es einen verbal integriert. Aber auch die kurzen Worten Ate und Kuya können noch verkürzt werden, ja wirklich. So wird Evelyn zu Te Ev (oder auch Lyn), aus Renato wird Kuya Nats, Kuya RJ oder auch nur Ya. Zu Gleichaltrigen oder Jüngeren gibt’s dann noch die Bezeichnungen Dong, Dang oder Ding (männl.)und Day (weibl. Und ursprünglich Inday). Sehr flexibel eben das Ganze.

 

Dann wäre da noch die O-U Unklarheit, meistens allerdings nur auf dem Papier.

Wenn sich nun zwei dieser sprachlichen Besonderheiten kombinieren, dann wird’s komplizierter. So waren wir z.B. eines schönen Tages im Februar in Samar unterwegs und es war die Rede von einem Ban-Ban. Hm, dachten sich die weltwärts-Freiwilligen.

Bis dann schließlich ein weißer Kleinbus vorbei fuhr, da wurde uns klar, es handelt sich bei dem Ban2x um einen Van!

 

Bei einem Training spielten wir Pantomime. Eine/r musste erraten welches Wort auf seiner/ihrer Stirn steht, indem die anderem es ihm/ihr vorspielten. Das Wort war „glub“.

Ich wollte gerne meinem Team helfen, war aber schlichtweg überfordert mit diesem seltsamen, zuvor noch nie gehörtem Wort. Die anderen schienen mit dem glub keine Probleme zu haben und waren schon fleißig am Pantomime vorführen. Ich hab darauf hin beschlossen, mich auch auf die Seite der Ratenden zu begeben, ich wusste zwar die Lösung– aber kannte sie trotzdem nicht.

Meine Teamkameraden machten Box-Bewegungen....immer noch konnte ich den glub nicht einordnen. Das Wort wurde erraten. Toll, nun wussten es alle außer mir. Es kostete mich eine weitere Nachfrage, bis ich des Rätsels Lösung hatte: bei dem glub handelte es sich um einen Handschuh! Der Engländer würde es wohl glove schreiben.

 

[Obwohl ich mich hierüber gut amüsieren kann, soll das oben gesagte keinesfalls das philippinische ins lächerliche ziehen! Ein eigener Style ist doch immer gut :D]

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